Wie alles begann

Mein Name ist Florian Wassily Kazimirski: Als ich ungefähr 10 Jahre alt war, begann ich zu fotografieren und legte schon damals mehr Wert auf gerade Linien als auf klassisch „schöne“ Motive. Ich entdeckte meine überall und nirgendwo. In Hinterhöfen, an Hausfassaden oder zwischen den Dingen. Meine Mutter machte sich nicht selten, selbstverständlich liebevoll, über mich lustig. Wenn ich wieder einmal wie erstarrt meine Kamera auf etwas Belangloses hielt und mich höchstens millimeterweise ein ganz kleines Stück nach rechts, dann wieder nach links bewegte bis sich meine Anspannung mit dem Auslöser entlud und mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

Ein Gefühl wie niesen

Ich betrachtete die Welt schon immer abstrakt. Weil ich sie abstrakt zu verstehen versuche. In all seiner faszinierenden Banalität. In den Selbstverständlichkeiten. Den leicht zu übersehenen Details. Jedoch nicht, um ihnen einen überhöhten Wert beizumessen. Nur um sie zu sehen. Zu registrieren und sie kurz auf der Oberfläche des Bewusstseins spazieren zu führen. Sie zu zeigen und verschwinden zu lassen. Ein Gefühl wie niesen. Bis zu meinem Studium blieb ich allein mit meinem Sehen und meinen unzähligen Bildern von Steckdosen, Kanten, Formen und Farben. Dann, während meiner Ausbildung zum Fotografie-Designer, die mir einiges abverlangte, entdeckte ich nach und nach, dass ich mit meiner Sicht auf die Welt nicht allein war. Und nicht nur das. Auch einen Namen hatte das, was ich unbetitelt für meine eigene kleine Sache hielt bereits.

MINIMALE FOTOGRAFIE

Nun. Es ist ein weiter Begriff und längst nicht jede einfarbige Hauswand mit Fenster vermag mich noch zu kitzeln aber es gibt sie da draußen. Die Menschen mit einem wundervollen Blick auf das Alltägliche. Menschen, die das Detail zum Ganzen und das Ganze zum Detail erheben und sie mit gestalterischer Exzellenz und handwerklichem Können aus der Welt schälen wie Michelangelo seinen David aus dem Marmorblock. Besonders beeindruckend ist dabei für mich die stilistische Vielfalt der zeitgenössischen Fotografen. Je nachdem schallt es in satten Farben von großen Flächen oder flüstert es subtil aus eleganten Kompositionen.

DIE IDEE

Vielleicht mag es für dich naheliegend erscheinen aber es dauerte bis die Idee mich überkam eine eigene Galerie zu eröffnen und noch länger bis sich tatsächlich eine Tür öffnete, durch die ich gehen wollte und konnte. Aber vor einem Jahr war es soweit. Ich entschied mich, den Schritt zu wagen und fand eine kleine aber feine Räumlichkeit in Berlin Kreuzberg und begann mit der Arbeit. Vor jetzt einem Monat beschloss ich meinen Hauptberuf an den sprichwörtlichen Nagel zu hängen, um in meinem eigenen Ausstellungsraum ein paar ganz reale Nägel in die Wand zu schlagen. Gemeinsam mit meinem Freund Fabian Willi Simon eröffne ich nun die erste Galerie für Minimale Fotografie in Deutschland (verbessert mich bitte, wenn dem nicht so sein sollte) und erfülle mir damit einen Herzenswunsch.

GALERIE MINIMAL

Hier könnt ihr unsere Galerie von innen sehen: